Abhandlungen:
Wissensorganisation mittels Bedeutungsreferenzen und Beziehungsformeln
Diplom-Arbeit von Carsten Logemann
0. Allgemeines
Die Diplom-Arbeit ergründet ein Konzept zur Erstellung eines Kommunikations-Systems das aus meiner Arbeit an Ikorbo
entstanden ist. Die vorliegende Ausarbeitung wurde logischerweise auch vom Zeitdruck der Prüfungs-Situation beeinflußt und wurde am 13.10.2003 der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld
vorgelegt.
Der Speicher-Ort 'scio' (lat. verstehen, wissen und beschließen) steht hier für Wissensorganisation. Denn es geht hier um individuelles Wissens über Sach-Zusammenhänge und dem Versuch, diese präziser austauschen zu können, als dies meiner Meinung nach mit natürlicher Sprache geht. Auch die zum Beispiel in wissenschaftlichen Zusammenhängen gerne genutzte Praxis des Definierens von Fachbegriffen reicht meiner Meinung nach nicht aus.
Die umfangreiche Einleitung beschreibt einerseits den Entstehungsprozeß der Idee und fasst auch das Konzept zusammen, so daß die interessierte Leserschaft sich nicht unbedingt mit allen 100 DIN A4-Seiten beschäftigen muß. Für die Eilgen oder auch nur zum Neugierig machen gibt es unten eine kompakte Konzept-Beschreibung.
1. Download
PDF-Version der gedruckten Originalfassung vom 13.10.2003 (Text und Layout identisch) ergänzt mit elektronischen Verweisen vor allem zur Dokument-internen Navigation:
- http://embia.org/liath/liber/scio/bub.pdf
(Version: 19.04.2005, Größe: 1099 KB)
Bei Verweisen und Zitaten folgende URL mit angeben:
http://embia.org/liath/liber/scio/
2. kompakte Konzept-Beschreibung
Inspiriert wurde das Konzept von den inzwischen viel genutzen so genannten Hypertexten, die es ermöglichen, den dargestellten Text mit unsichtbaren Zusatz-Informationen zu versehen wie z.B. Links. Desweiteren baut das Konzept auf einem eigenständig definiertem Zeichen-Systems auf, wie es auch so genannte künstliche Sprachen tun. Die hier benutzeten Beggriffe Bedeutungsreferenz und Beziehungsformel finden sich auch im alltäglichen Gebrauch von Sprache wider, in Wort-Bedeutung und Wort-Bezug (Kontext, Grammatik). Diese beiden Teilkonzepte werden im Folgenden kurz zusammen gefaßt:
- In künstlichen Sprachen werden Wort-Zeichen oft mit festen Bedeutungs-Definitionen verknüpft, die dann aber oft einer natürlichen Sprach-Benutzung widerstreben.
Abstrakte Bedeutungsreferenzen würden im alltäglichen Sprechen zwar Probleme hervorrufen. Durch die Gesatltung einer Bedeutungsreferenz als Internet-Adresse, werden sie innerhalb von Hypertexten leicht nutzbar. Wenn allso ein Wort hiermit verknüpft wird, ist dessen Bedeutung spätestens durch Verfolgung des 'Bedeutungs-Links' eindeutig.
- In Hypertexten lassen sich neben Links auch andere Informationen einfügen wie z.B. die Art eines Wortes. Dies Konzept wird z.B. auch von der Computer-Linguistik verfolgt. Das Konzept der Beziehungsformeln geht hier noch einen Schritt weiter und definiert die Beziehungen zwischen den Wortzeichen einzelner Sätze, Absätze oder ganzer Texte. Dies ermöglicht es, einen Text äußerlich eine natürlich-sprachliche Form zu geben, der nicht unbedingt einer starren Abfolge von z.B. Subjekt, Prädikat, Objekt folgen muss, wie es bei manchen künstlichen Sprachen definiert ist. Die Beziehungs-Formeln im Hypertext legen fest, welche Beziehungen die Worte zueinenader haben und nicht die Wortstellung allein, die oft so mehrdeutig sein kann, wie die Wort-Bedeutungen.
Dies Konzept ist leider noch nicht in der Praxis erprobt. Hierfür benötigt Ikorbo
noch einiges an Unterstützung.
Der große Vorteil des hier beschriebenen Konzepts liegt vor allem darin, daß Sach-Zusammenhänge sich völlig Sprach-Neutral formulieren lassen und von dort aus sich aus diesen abstrakten und äußerst präzisen Informationen verschiedene Sprach-Versionen generieren lassen. Diese Sprach-Versionen eines Sach-Zusammenhangs sind somit keine interpretierten Übersetzungen, sondern präzise Informationen.
Die Zusatz-Informationen in solchen Sprach-Versionen eines Sachzusammenhangs-Beschreibung sind allerdings abhängig von dem Kommunikations-System, aus denen sie generiert wurden. Es ist auch sinnvoll, daß das genutzte Kommunikations-System auch im Internet-verfügbar ist. Dazu kommt, daß der Aufwand Informationen präzise in das System einzufügen erheblich größer ist als einen natürlich-sprachlichen Text zu schreiben. Dazu kommt allerdings der sprach-übergreifende und präzise Mehrwert der Informationen, die so in einer Datenbank abgelegt werden.
Die Wissensmacht, die mit so einer Datenbank zusammenhängen, sind beim Ikorbo-Ideen-Netzwerk
auch in einem als gemeinnützig geplantem Sozial-System (Verein) eingebunden.